seit 1993
Geschichte der Karpfensaison in Sachsen
Seit 1993 begleitet die Sächsische Karpfensaison den Beginn der herbstlichen Abfischzeit und macht die Arbeit der Teichwirtschaft öffentlich sichtbar. Die Eröffnung wurde über die Jahre zu einem festen Bestandteil des sächsischen Fischereijahres und findet an wechselnden Orten in den Teichwirtschaftsregionen Sachsens statt. Dabei steht nicht allein der Beginn der Fischernte im Mittelpunkt. Die Karpfensaison verbindet traditionelles Handwerk und moderne Teichwirtschaft mit regionalen Lebensmitteln, Fischereikultur und der Pflege einer über Jahrhunderte entstandenen Kulturlandschaft. Mit ihren wechselnden Veranstaltungsorten repräsentiert sie heute die Vielfalt und Bedeutung der sächsischen Teichwirtschaft und ihrer Betriebe.

Was wird gezeigt?
Die Karpfensaison zeigt die Arbeit der sächsischen Teichwirte- von der Aufzucht und Pflege der Teiche bis zur Abfischung und Vermarktung. Dabei wird auch gezeigt, wie wichtig die Teiche für Natur, Landschaft und regionale Lebensmittel sind.
Was soll erreicht werden?
Die Karpfensaison soll zeigen, was hinter der Arbeit der Teichwirte steckt, und die Wertschätzung für heimischen Fisch stärken. Sie bringt Teichwirtschaft und Öffentlichkeit zusammen.
Perspektiven des Produkts Karpfen
Der Karpfen ist ein regionales Lebensmittel mit langer Tradition. Neue Zubereitungsarten, eine gute Vermarktung und mehr Präsenz in der Gastronomie können dazu beitragen, dass Karpfen auch in Zukunft gerne gegessen wird.
Chronik
1993
08.09.1993
Teichwirtschaft Kreba
Ochsenteich
1994
14.09.1994
Teichwirtschaft Milkel
Großteich
1995
12.09.1995
Teichwirtschaft Malschwitz
Teich I. Pliskowitz
1996
18.09.1996
Teichwirtschaft Wermsdorf
Doktorteich
1997
15.09.1997
Teichwirtschaft Petershain
Pelzteich
Die erste Sächsische- und Wermsdorfer Fischkönigin wird gekrönt.
1998
23.09.1998
Teichwirtschaft Neudorf
Lilienteich
1999
18.09.1999
Teichwirtschaft Weißig
Baselteich
2000
20.09.2000
Teichwirtschaft Ringpfeil
Mittelteich/Colbitz
10 Jahre Sächsischer Landesfischereiverband e.V
2001
01.09.2001
Teichwirtschaft Moritzburg
Hälter Bärnsdorf
2002
25.09.2002
Teichwirtschaft Wermsdorf
Döllnitzsee
2003
27.09.2003
Teichwirtschaft Rietschen
Dienstwiesenteich Rietschen
2004
25.09.2004
Teichwirtschaft Greim
Pischzangteich
2005
10.09.2005
Teichwirtschaft Schönfeld
Neuteich
2006
23.09.2006
Kreba Fisch
Tauerwiesenteich
2007
03.10.2007
Teichwirtschaft von Zezschwitz
Großteich Deutschbaselitz
2008
20.09.2008
Teichwirtschaft Schröder/
Rockstroh
Großer Teich Cunersdorf
2009
19.09.2009
Teichwirtschaft Koselitz
Hälterteich
2010
18.09.2010
Teichwirtschaft Torgau/
Wermsdorf
Markkleeberger See
2011
25.09.2011
Teichwirtschaft Moritzburg
Oberer Großteich
2012
08.09.2012
Teichwirtschaft Rietschen
Delinkateich
2013
21.09.2013
Teichwirtschaft Petershain
Schloßteich
2014
20.09.2014
Angelservice GmbH
Zwingerteich
2015
12.09.2015
Teichwirtschaft Müglenz
Hälterbecken
2016
10.09.2016
Teichwirtschaft Schröder
Teich des Unternehmens
2017
24.09.2017
Inselteich Gemeinschaft Radibor
Inselteich
2018
25.09.2018
LfULG
Schloßteich Königswartha
2019
14.09.2019
Teichwirtschaft Petershain
Hälter Großdrebnitz
2020
12.09.2020
LfULG
Schloßteich Königswartha
2021
11.09.2021
Teichwirtschaft Ringpfeil
Hofteich Wartha
2022
17.09.2022
Teichwirtschaft Deutschbaselitz
Großteich Deutschbaselitz
2023
23.09.2023
Teichwirtschaft Rietschen
Erlichthof Rietschen
2024
14.09.2024
Teichwirtschaft Wermsdorf
Hälteranlage
2025
07.09.2025
Forellen- und Lachszucht Ermisch
Betriebshof
2026
26.09.2026
Teichwirtschaft Rietschen
Ehrlichthof Rietschen

Die künstlerische Gestaltung der Stele
In der gestalterischen Ausführung legte der Künstler Bruno Kubas besonderen Wert darauf, die Vielschichtigkeit des Fischereiberufs in vier zentralen Motiven abzubilden. Jede der vier Fischerfiguren verkörpert dabei einen spezifischen Aspekt der Wermsdorfer Teichwirtschaft:
Zucht und Fruchtbarkeit: Die Darstellung eines Fischers mit einem Zuchtkarpfen versinnbildlicht die wertvolle biologische Grundlage des Betriebs. Sie steht für die verantwortungsvolle Aufzucht und den Fokus auf gesunde, leistungsstarke Bestände.
Ertrag und Qualität: Ein Fischer mit einem vollen Netz symbolisiert die reiche Ernte der Arbeit. Im heutigen Verständnis verweist dieses Motiv primär auf die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel und die Sicherung exzellenter Produktqualität.
Technischer Fortschritt: Die dritte Figur verdeutlicht den tiefgreifenden Wandel im Arbeitsalltag. Sie zeigt den Übergang von der einstigen schweren Handarbeit hin zum Einsatz moderner Technik und spezialisierter Fahrzeuge, die die Effizienz des Betriebs steigerten.
Wissenschaft und Umwelt: Der vierte Fischer repräsentiert das notwendige Fachwissen und die wissenschaftliche Begleitung der Produktion. Sein Wirken steht für die ständige Kontrolle der Wasserqualität und den Schutz des sensiblen Ökosystems der Teichlandschaft.
Der Künstler hat es verstanden, mit den 4 Hauptfiguren Lebenskraft, Hingabe zur Arbeit, Stolz und Optimismus zu verkörpern.
Denkmal für die Tradition der Binnenfischerei
Die Fischerstele Wermsdorf
In der Hochphase der 70er- und 80er-Jahre war der Bezirk Leipzig, Heimat zahlreicher bildender Künstler. Um deren Lebensunterhalt staatlich zu stützen, wurden Betriebsleiter gezielt in die Pflicht genommen, Aufträge zu generieren. Basis hierfür war die gesetzliche Regelung, 0,9 % der Investitionssummen für Kunst und Kultur Projekte zu verwenden.
Diesen Impuls nutzte der VEB Binnenfischerei Wermsdorf beim Bau am Döllnitzsee. Es entstand die Idee für ein Denkmal, welches Tradition und Fortschritt der lokalen Teichwirtschaft sowie die Verbundenheit der Fischer zur Natur darstellt. Über das Büro für architekturbezogene Kunst in Leipzig wurde der Dahlenberger Künstler Bruno Kubas mit dem Projekt beauftragt. Er schuf in enger Abstimmung mit dem Betrieb eine imposante, 5,20 Meter hohe Stele, die mit einem Durchmesser von 1,50 Metern die Bedeutung der Wermsdorfer Fischerei weithin sichtbar unterstrich.


Am 07. Oktober 1986 Einweihung der Fischerstele, anlässlich des Jäger- und Fischerfestes am Horstsee

Als feierliche Schenkung der Wermsdorfer Fisch GmbH ging die Stele zwischen Horst- und Döllnitzsee am 15. Oktober 1993 offiziell in das Eigentum des Sächsischen Landesfischereiverbandes e.V. über und wurde so zum gemeinschaftlichen Gut aller sächsischen Fischer und Angler.

Urkunde der Schenkung 1993

