Graureiher

Ardea cinerea

 

 

Der Graureiher (Ardea cinerea), auch Fischreiher genannt, erreicht eine Körperlänge von 90 bis 98 Zentimetern und wiegt meist zwischen 1 und 2 Kilogramm. Die Flügelspannweite beträgt zwischen 175 und 195 Zentimetern. Er nutzt sehr häufig Gewässer, die vom Menschen geschaffen wurden. Dazu zählen Staugewässer, Reisfelder und Fischteiche. Neben Fischen frisst er auch gelegentlich Frösche, Schnecken, Mäuse und andere Kleintiere.

 

 

 

Regloser Schatten, tödlicher Augenblick

Auswirkung von Graureihern auf die Teichwirtschaft

In Sachsen ist der Graureiher, ähnlich wie der Kormoran, für viele Teichwirte längst mehr als nur ein schöner Vogel am Horizont. Vor allem in der Lausitz, wo die Teichwirtschaft seit Jahrhunderten zur Kulturlandschaft gehört, sorgt er immer wieder für Spannungen. Denn so beeindruckend der Reiher mit seinem ruhigen Flug wirkt: Für die Betriebe bedeutet er oft ganz reale wirtschaftliche Verluste.

Besonders problematisch ist die Situation in flachen Teichen und während des herbstlichen Abfischens, wenn die Fische konzentriert stehen. Im Oktober, wenn Hochsaison ist, nutzen die Vögel diese Gelegenheit gezielt. Gefressen werden vor allem Jung- und Speisefische. Doch nicht nur der direkte Fraß schlägt zu Buche, viele Fische tragen Verletzungen davon, verpilzen oder verenden später. Der tatsächliche Schaden ist daher häufig größer, als man auf den ersten Blick sieht.

Der Graureiher ist nach europäischem Naturschutzrecht besonders geschützt. In Sachsen fällt er zugleich unter das Jagdrecht.  Abschüsse sind nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber nur unter strengen Auflagen und in begrenzter Zahl möglich, etwa um erhebliche wirtschaftliche Schäden abzuwenden. Die Bestände haben sich in den vergangenen Jahren deutlich erholt. Begleitet wird die Entwicklung durch ein Monitoring des Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), das mit Teichwirten zusammenarbeitet.

Vor Ort versuchen die Betriebe zunächst, mit Vergrämungsmaßnahmen zu arbeiten, also mit akustischen oder optischen Mitteln, um die Vögel fernzuhalten. Das kostet Zeit, Geld und Nerven, ist aber oft die erste Wahl. Unterstützt werden die Teichwirte durch Förderprogramme des Landes, etwa über die Richtlinie FRL TWN/2023, die Naturschutz und Teichwirtschaft miteinander verbinden soll.

Viele Teiche in der Lausitz liegen in FFH-Gebieten und gehören damit zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000. Hier treffen unterschiedliche Interessen unmittelbar aufeinander. Artenschutz auf der einen, Existenzsicherung und regionale Tradition auf der anderen Seite. 

Die Lausitzer Teichwirtschaft steht damit sinnbildlich für einen Balanceakt: Sie soll Lebensraum erhalten, Biodiversität fördern und zugleich wirtschaftlich überleben.

Der Sächsische Landesfischereiverband bittet deshalb Fischer und Angler:
Bitte dokumentieren Sie invasive Graureiherpopulationen, sowie wenn möglich, Schäden von Fischen in Ihren Gewässern und melden Sie diese an den Verband. Die gesammelten Daten sind wichtig für den Dialog mit Behörden und Naturschutzvertretern sowie das Vorantreiben eines Graureiher - Managements. Gemeinsam setzen wir uns für den Erhalt unserer Teichlandschaften ein.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom 
Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. 

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.