Fischerei und Naturschutz - Geht das?

Wir sächsischen Teichwirte sagen ganz klar: Ja, das muss es sogar. Unsere Kulturlandschaft wurde vor über 800 Jahren von Menschenhand geschaffen. Ohne unsere tägliche, schwere Arbeit im Schlamm gäbe es diese wertvollen Biotope heute gar nicht. Wir sind keine Naturschützer, die nur am Wochenende im Wald spazieren gehen. Wir leben jeden Tag in und von dieser Natur, um mit dem sächsischen Karpfen ein wirklich kostbares, regionales Naturprodukt zu erzeugen.

Dass dieser Spagat nicht ohne Reibungspunkte funktioniert, zeigt sich in unserem Arbeitsalltag immer wieder ganz deutlich. Wenn Otter und Kormorane unsere Teiche leerfressen und wir auf den wirtschaftlichen Schäden sitzen bleiben, schmerzt das sehr. Zudem erschweren bürokratische Auflagen die regelmäßige Instandhaltung der Teichanlagen und behindern unsere handwerkliche Arbeit. In trockenen Sommern kämpfen wir ebenso um jeden Tropfen Wasser für unsere Fische, während gleichzeitig Mindestmengen für die Bäche gefordert werden. Das sind harte Realitäten, die wehtun.

Trotzdem sitzen wir am Ende im selben Boot. Wenn wir unsere Teiche im Herbst traditionell abfischen, ernten wir nicht nur ein gesundes, klimafreundliches Lebensmittel ohne lange Transportwege. Wir schaffen gleichzeitig einen riesigen gedeckten Tisch für Tausende von Zugvögeln. Unsere flachen Karpfenteiche sind echte Hotspots der Artenvielfalt, die ohne die Bewirtschaftung einfach verlanden würden. Wir brauchen deshalb keine starren Gesetze, die an unserer Realität vorbeigehen, sondern pragmatische Absprachen vor Ort und echte Kooperation auf Augenhöhe. Nur wenn wir Teichwirte wirtschaftlich überleben können, bleibt auch die Natur unserer sächsischen Heimat geschützt.

„Stirbt das Handwerk unserer Teichwirte, verliert auch der sächsische Naturschutz seine Heimat.“

01

Das Management von geschützten Arten

  • Wachsende Bestände von Fischotter und Kormoran erfreuen den Naturschutz.
  • Für unsere sächsischen Teichwirtschaften steigen dadurch die wirtschaftlichen Verluste.
  • Fraßschäden und verletzte Fische mindern den Ertrag der Betriebe spürbar.
  • Die bürokratischen Verfahren für Schadensausgleiche sind oft sehr zeitaufwendig.
  • Hier braucht es praxisnahe Lösungen, um das wirtschaftliche Risiko fair abzufedern.

02

Abstimmungsbedarf zwischen Behördenvorgaben und Handwerk

  • Umfangreiche Schilfschutz-Auflagen erschweren zeitweise die notwendige Pflege der Teichdämme.
  • Befahrungs- und Betretungsverbote erschweren die tägliche Fütterung und die Bestandskontrolle.
  • Gut gemeinte Artenschutzauflagen passen nicht immer zu den handwerklichen Abläufen vor Ort.
  • Wir wünschen uns mehr Flexibilität, um den Betriebsansprüchen gerecht zu werden.
  • Ein engerer Dialog zwischen Verwaltung und Praktikern kann hier Brücken bauen.

03

Klimawandel und Wassermanagement

  • Trockene und heiße Sommermonate in Sachsen verknappen die Ressource Wasser.
  • Gleichzeitig steigen die behördlichen Anforderungen an Mindestwasserabgaben für Unterläufe.
  • In extremen Hitzeperioden gerät dadurch die Sauerstoffversorgung im Teich unter Druck.
  • Das Überleben der Fischbestände hängt in dieser Zeit von jedem Liter Wasser ab.
  • Hier sind gemeinsame, vorausschauende Wassernutzungspläne dringend notwendig.

04

Erhalt einer einzigartigen Kulturlandschaft

  • Sächsische Teiche sind über Jahrhunderte von Menschenhand geschaffene Kulturgüter.
  • Ohne die kontinuierliche Bewirtschaftung und Pflege würden diese Gewässer verlanden.
  • Wir sichern den Fortbestand der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft aktiv.
  • Das traditionsreiche Landschaftsbild bleibt nur durch die Teichwirtschaft erhalten.

05

Artenvielfalt durch aktive Bewirtschaftung

  • Die flachen, warmen Karpfenteiche fungieren als künstliche Hotspots der Biodiversität.
  • Sie bieten ideale Lebens- und Bruträume für Amphibien und seltene Wasserpflanzen.
  • Auch streng geschützte Vogelarten wie der Seeadler profitieren direkt vom Fischangebot.
  • Teichwirte und Naturschützer verfolgen beim Erhalt dieser Vielfalt dasselbe Ziel.

06

Nachhaltiges, regionales Lebensmittel

  • Der sächsische Karpfen ist ein Paradebeispiel für ein klimafreundliches Naturprodukt.
  • Kurze Transportwege zu den sächsischen Verbrauchern sparen wertvolles CO2.
  • Die Fische wachsen primär mit der natürlichen Nahrung des Teiches heran.
  • Es wird bewusst auf den Import von Seefisch-Mehl oder Soja-Kraftfutter verzichtet.

Berufsethos der sächsischen Karpfenteichwirtschaft

Bewirtschaften heißt Verantwortung übernehmen

Karpfenteichwirtschaft ist mehr als die Erzeugung von Fisch. Sie ist eine jahrhundertealte Form der Landbewirtschaftung, die Produktion, Tierwohl, Gewässerpflege, Naturschutz und den Erhalt unserer Kulturlandschaft miteinander verbindet. 
Der Beruf des Teichwirts verlangt deshalb nicht nur handwerkliches Können und umfangreiches Fachwissen. Er verlangt Verantwortung, für die Fische, für das Wasser, für den Teich und für die Landschaft, die über Generationen entstanden ist.

Grundlage unseres Handelns ist die "gute fachliche Praxis" der Karpfenteichwirtschaft. Sie verbindet überliefertes Erfahrungswissen mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Anforderungen an eine nachhaltige und verantwortungsvolle Bewirtschaftung.

Der Teich ist Produktionsstätte und Lebensraum
Ein Karpfenteich ist kein gewöhnliches Produktionsgewässer. Seine Besonderheit liegt gerade darin, dass Fischproduktion und natürliche Prozesse eng miteinander verbunden sind.
Der Teichwirt nutzt diese Prozesse, ohne die natürlichen Grundlagen der Bewirtschaftung zu verbrauchen. Er beobachtet Wasser, Boden, Pflanzen und Fischbestand und greift dort ein, wo es für eine gesunde Entwicklung des Teiches notwendig ist.
So entsteht eine Bewirtschaftung, die den Teich als Lebensraum erhält und gleichzeitig hochwertige Lebensmittel erzeugt.

Verantwortung für den Fisch
Im Mittelpunkt der Karpfenteichwirtschaft steht der lebende Fisch. Fachgerechter Besatz, eine bedarfsgerechte Fütterung, gute Wasserverhältnisse, sorgfältige Kontrollen und ein sachgerechter Umgang bei Abfischung und Transport gehören deshalb zum Selbstverständnis des Berufs. Tierwohl ist dabei kein zusätzlicher Anspruch, sondern Bestandteil guter fachlicher Arbeit.

Schützen durch verantwortungsvolle Nutzung
Die sächsischen Teichlandschaften sind durch Bewirtschaftung entstanden und werden durch Bewirtschaftung erhalten. Ihre offenen Wasserflächen, Verlandungsbereiche, Röhrichte und Feuchtlebensräume bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten geeignete Lebensräume.
Der Teichwirt trägt deshalb Verantwortung, die über den eigenen Fischbestand hinausgeht. Eine fachgerecht bewirtschaftete Teichlandschaft kann gleichzeitig Produktionsstandort, Lebensraum und prägender Bestandteil unserer Kulturlandschaft sein. Schützen und Nutzen sind dabei keine Gegensätze. Verantwortungsvolle Nutzung kann eine Voraussetzung dafür sein, dass diese besonderen Lebensräume dauerhaft erhalten bleiben.

Denken in Generationen
Ein Teichwirt arbeitet nicht nur für die nächste Abfischung. Die Entscheidungen eines Jahres wirken oft über viele Jahre weiter.
Wer heute Wasserhaushalt, Teichboden, Dämme, Zuläufe und Abläufe pflegt, erhält die Grundlage für die Bewirtschaftung von morgen. Wer den Fischbestand verantwortungsvoll führt und die natürlichen Kreisläufe des Teiches berücksichtigt, sichert die Zukunft des Betriebes. Deshalb gehört zum Berufsethos der Karpfenteichwirtschaft auch der Blick über die eigene Generation hinaus.

Unser Verständnis

Der Beruf des Teichwirts verbindet Fachwissen mit Erfahrung, wirtschaftliches Handeln mit Verantwortung und Fischproduktion mit dem Erhalt der Kulturlandschaft. Die gute fachliche Praxis gibt dafür den fachlichen Rahmen.
Der Berufsethos gibt ihm die Haltung:

Wir bewirtschaften unsere Teiche, damit sie auch morgen noch produzieren, Lebensraum bieten und Teil unserer sächsischen Kulturlandschaft bleiben.

Service in der Berufsfischerei

Prädatoren

Unterstützung im Umgang mit dem Biber & Co in Teichgebieten

Mehr Infos

TWN

Teichwirtschaft und Naturschutz

Mehr Infos

KHV

Koi-Herpesvirus

Mehr Infos

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.