Die künstlerische Gestaltung der Stele

In der gestalterischen Ausführung legte der Künstler Bruno Kubas besonderen Wert darauf, die Vielschichtigkeit des Fischereiberufs in vier zentralen Motiven abzubilden. Jede der vier Fischerfiguren verkörpert dabei einen spezifischen Aspekt der Wermsdorfer Teichwirtschaft:

Zucht und Fruchtbarkeit: Die Darstellung eines Fischers mit einem Zuchtkarpfen versinnbildlicht die wertvolle biologische Grundlage des Betriebs. Sie steht für die verantwortungsvolle Aufzucht und den Fokus auf gesunde, leistungsstarke Bestände.

Ertrag und Qualität: Ein Fischer mit einem vollen Netz symbolisiert die reiche Ernte der Arbeit. Im heutigen Verständnis verweist dieses Motiv primär auf die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel und die Sicherung exzellenter Produktqualität.

Technischer Fortschritt: Die dritte Figur verdeutlicht den tiefgreifenden Wandel im Arbeitsalltag. Sie zeigt den Übergang von der einstigen schweren Handarbeit hin zum Einsatz moderner Technik und spezialisierter Fahrzeuge, die die Effizienz des Betriebs steigerten.

Wissenschaft und Umwelt: Der vierte Fischer repräsentiert das notwendige Fachwissen und die wissenschaftliche Begleitung der Produktion. Sein Wirken steht für die ständige Kontrolle der Wasserqualität und den Schutz des sensiblen Ökosystems der Teichlandschaft.

Der Künstler hat es verstanden, mit den 4 Hauptfiguren Lebenskraft, Hingabe zur Arbeit, Stolz und Optimismus zu verkörpern.

Denkmal für die Tradition der Binnenfischerei

Die Fischerstele Wermsdorf

In der Hochphase der 70er- und 80er-Jahre war der Bezirk Leipzig, Heimat zahlreicher bildender Künstler. Um deren Lebensunterhalt staatlich zu stützen, wurden Betriebsleiter gezielt in die Pflicht genommen, Aufträge zu generieren. Basis hierfür war die gesetzliche Regelung, 0,9 % der Investitionssummen für Kunst und Kultur Projekte zu verwenden. 

Diesen Impuls nutzte der VEB Binnenfischerei Wermsdorf beim Bau am Döllnitzsee. Es entstand die Idee für ein Denkmal, welches Tradition und Fortschritt der lokalen Teichwirtschaft sowie die Verbundenheit der Fischer zur Natur darstellt. Über das Büro für architekturbezogene Kunst in Leipzig wurde der Dahlenberger Künstler Bruno Kubas mit dem Projekt beauftragt. Er schuf in enger Abstimmung mit dem Betrieb eine imposante, 5,20 Meter hohe Stele, die mit einem Durchmesser von 1,50 Metern die Bedeutung der Wermsdorfer Fischerei weithin sichtbar unterstrich.

Am 07. Oktober 1986 Einweihung der Fischerstele, anlässlich des Jäger- und Fischerfestes am Horstsee

Als feierliche Schenkung der Wermsdorfer Fisch GmbH ging die Stele zwischen Horst- und Döllnitzsee am 15. Oktober 1993 offiziell in das Eigentum des Sächsischen Landesfischereiverbandes e.V. über und wurde so zum gemeinschaftlichen Gut aller sächsischen Fischer und Angler.

Urkunde der Schenkung 1993

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